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Protokoll der Änderungen |
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| 1. Dezember 2011: Neuübernahme des 1A Wollstudios durch Frau Alexandra Dechatshofer | ||
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8. Dezember 2011: Beginn der Umstellung meiner Homepage von Wollfachgeschäft 1A Wollstudio
auf Importeur der Marken anny blatt, Bouton d'Or und tiboodoo von Pierre de Loye |
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10. Dezember 2011: Ende der Umstellung meiner Homepage von Wollfachgeschäft 1A Wollstudio
auf Importeur der Marken anny blatt, Bouton d'Or und tiboodoo von Pierre de Loye |
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| 17. Dezember 2011: Erweiterung des Angebotes - anny blatt und Bouton d'Or Wolle auch für Strickerinnen | ||
Toptrend: Strickmode ist in, selbst Stars greifen zu Nadeln und Wolle. Stricken entspannt und ist gut für die Konzentration
Verstrickt in Wolllust (Kurier 13. Jänner 2008)
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VON BRIGITTE R. WINKLER
Wolle, einfach Wolle, das war wohl einmal. Hat man lange kein Handarbeitsgeschäft mehr betreten,
ist man zunächst verwirrt. Und bald fasziniert. Von Wolle mit Fransen, Noppen, Glitzerfäden und Pailletten. Von Garnen
aus Bambus, Soja und Mais. Da gibt es bemalte Wolle und weiches Kaschmirgarn in Tweed-Farben. Knäuel mit schön aufeinander
abgestimmten Farben, die beim Stricken von selbst zu bunten Streifen werden. Ja sogar Wolle – genannt „Emotion“–, die duftet.
Wird sie zusammengedrückt, riecht es nach Sandelholz oder Lavendel. |
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FOTOS VON FRANZ GRUBER |
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Hier die Seite im Kurier vom 13. Jänner 2008 zur Ansicht oder zum Drucken
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Brain-Jogging: Stricken Sie sich schlau! |
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Erstaunlich: Mit einem Buch trainieren Sie Ihre Gehirnzellen weniger als mit dem Stricken komplizierter Muster.
Psycho-Studie. Zu diesem Ergebnis kamen jedenfalls Psychologen der Universität Erlangen-Nürnberg. Unter ihren Hits fürs Hirn finden sich weiters Aktivitäten wie anspruchsvolle Gartenarbeit, Denkspiele wie Schach (im Gegensatz zu Gesellschaftsspielen wie etwa „Mensch ärgere dich nicht!") oder Reisen, die man selbst organisiert. Nicht schlauer wird man den Forschern zufolge beim Fernsehen oder beim Lösen von Kreuzworträtseln. Tatsache ist: Schon ab dem 40. Lebensjahr lässt unsere Hirnleistung allmählich nach. Was die Gehirnzellen brauchen, um fit zu bleiben, sind immer neue Herausforderungen. Und sei es in Form von Wolle und Stricknadeln... |
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Stricken ist das neue Yoga! |
Nicht ohne Grund greifen immer mehr Topmodels wie Kate Moss oder Amber Valetta zum Strickzeug, um sich auf die nächste Show zu konzentrieren oder einfach nur um zu entspannen.
Handarbeit wirkt, weil die Hand im Kopf eine ganz besondere Wirkung erzeugt.
Alle Tätigkeiten, die eine gewisse Übung der Beidhändigkeit als Voraussetzung haben (textiles Gestalten, musikalisches Tun) führen im Gehirn zu einer hohen Vernetzung, die sich positiv auf die menschliche Entwicklung auswirkt.
Stricken entspannt. Die ewig gleiche Bewegung der Finger hat meditative Wirkung und aus einem Faden etwas zu schaffen, das einen umhüllt und wärmt, ist ein hoch befriedigender Aspekt. Durch Stricken lässt sich Stress abbauen.
Handarbeit fördert die Feinmotorik. Sie ist ordnungsgebend und musterbildend, ist sinnliches Erfahren, ästhetisches Decken und gestalterischer Ausdruck zugleich. Handarbeiten hat fast schon eine therapeutisch anmutende Wirkung. Das Gehirn muss dabei zur gleichen Zeit verschiedene Aufgaben lösen und das fördert wiederum das vernetzte Denken.
Ran an die Nadeln! Prominente stricken |
Prominente greifen immer öfter zu den Stricknadeln: Handarbeiten liegt im Trend. Gestricktes ist auf den Laufstegen der Modewelt immer häufiger zu finden. Denn Selbstgestaltetes bietet eben viel mehr als gekaufte Konfektion.
Stricken ist ganz einfach. Man nehme zwei glatte Hölzer und einen langen Faden und mit vier einfachen Schritten - rein, drüber, drunter, raus - macht man eine Masche. Mehrere Maschen ergeben eine Reihe, und mehrere Reihen fuhren zu einem Strickstück. Zu Beginn reicht es aus, den Anschlag zu lernen, die zwei Grundstrickarbeiten und das Abketten. In jedem Handarbeitsgeschäft ist man dazu hilfreich.
Edle Maschen, einfach gestrickt, in schönen Formen, mit edlen Garnen bringen Heimtextilien für alle Bereiche. Strickliebhaber empfehlen Bambus- oder Holzstricknadeln und bei den Materialien Schurwolle, Leinen, Mohair oder Baumwolle. Jedes Garn bietet eine eigene Struktur. Fügt man ungewöhnliche Materialien wie Bindfaden oder Stoffbänder hinzu, so entstehen ganz besondere Stücke. Selbstgestricktes liegt nicht nur voll im Trend, sondern ist einfach der ultimative Luxus.
Und was man dazu braucht? Zunächst einmal die Stricknadeln; es gibt sie in allen Größen, von ganz dünn bis dick. In den dickeren Stärken sind die Naturnadeln aus Holz. Natürlich auch das Strickgarn, dazu steht eine reiche Auswahl in den Fachgeschäften zur Verfügung. Zum Abmessen der Strickstücke ein Maßband. Zum Abschneiden der Garne und der überflüssigen Fäden eine Schere. Stopfnadeln, um Strickstücke zusammenzunähen, und Knöpfe, die sich dazu eignen, die Handarbeit aufzuwerten; man sollte sie mit Bedacht auswählen. Weinkorken bewahren die Maschen davor, von den Nadeln zu rutschen.
Von Fasern und Garnen |
Das Rohmaterial und seine Herkunft
Textilien und Wollen werden aus Rohmaterial mit begrenzter Länge (= Fasern) oder aus endlosem Rohmaterial (= Faden) hergestellt. Man kann sie aus allen Bereichen der Natur gewinnen, aber man kann sie auch, nach zahlreichen Herstellungsverfahren, künstlich erzeugen. Daher unterscheidet man grundsätzlich Naturfasern von Chemiefasern.
Naturfasern
kommen bereits fertig in der Natur vor oder bedürfen nur noch verhältnismäßig geringer
Herstellungsarbeiten. Sie werden aus Pflanzen, von Tieren oder aus Mineralien gewonnen.
| Naturfasern | |||
| Pflanzlich | Tierisch | Mineralisch | |
| Säugetiere | Insekten | ||
| Baumwolle | Schafwolle | Edle Seide | Asbest |
| Flachs | Ziegenhaare | (Maulbeerseide) | Metallfäden |
| Hanf | Kamelhaare | Wilde Seide | Glasfäden |
| Jute | Kaninchenhaare | ||
| Ramie usw. | Schafkamelhaare | ||
Chemiefasern
kommen in der Natur nicht vor, sie werden auf chemischem Weg erzeugt. Dabei unterscheidet man:
Chemiefasern aus natürlichen Polymeren, auch „Klassische Chemiefasern" genannt. Ihr Ausgangsmaterial ist zwar natürlicher Herkunft (Zellulose, Viskose, pflanzliches oder tierisches Eiweiß, Meeresalgen), es muß jedoch erst künstlich in Fadenform gebracht werden.
Chemiefasern aus synthetischen Polymeren, auch ,,Synthetics" genannt. Ihr Ausgangsmaterial kommt in der Natur nicht vor, sondern wird auf synthetischem Wege erzeugt. Erst dann kann man daraus Fasern formen.
Die Eigenschaften des Rohmaterials
Die Eigenschaften der verschiedenen Rohmaterialien weichen stark von einander ab. Daher gibt es kein Rohmaterial, das sich für alle Einsatzgebiete gleich gut eignet. Der Fachmann muß entscheiden, ob die Eigenschaften des Rohmaterials für den gegebenen Verwendungszweck günstig oder ungünstig sind.
Eine Reihe von Eigenschaften muß allerdings bei jedem Rohmaterial vorhanden sein, damit es überhaupt für Textilien verwendbar ist. Die Länge, auch Stapellänge, ist eine Durchschnittslänge und muß im allgemeinen mindestens 1 cm betragen.
Die Reißfestigkeit der Fasern muß gewisse Mindestwerte aufweisen, ihre Elastizität gibt ihnen das Bestreben, nach Verformungen wieder in die ursprüngliche Form zurückzukehren.
Die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Abnützung (z. B. gegen Reiben, Dehnen, Knicken usw.) und gegen Atmosphärische Einwirkungen (Witterungseinwirkungen) muß in einem bestimmten Maß vorhanden sein.
Auch chemischer Beanspruchung müssen Textilien im Verlauf von Waschen, Bleichen, Färben usw. standhalten.
Die hygienischen Eigenschaften werden von der Hygroskopizität (Wasseraufnahmsfähigkeit), der Wärmeleitfähigkeit und der Hitzebeständigkeit seiner Fasern entscheidend beeinflußt.
A) NATURFASERN
1. Pflanzliche Naturfasern
1.1 Samenfasern
Die Samen mancher Pflanzen sind mit einem kurzen, feinen Faserflaum bewachsen. Diese Pflanzenhaare werden verarbeitet und bedürfen nur weniger Vorbereitungsarbeiten. Der wichtigste Vertreter der Samenfasern ist die Baumwolle.
1.1.1 Baumwolle
Baumwolle ist der häufigste Textilrohstoff der Erde. Etwa 50% der Bekleidung ist aus Baumwolle hergestellt. Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium) gewonnen wird. Die Faser wird meist zu dünnen Fäden gesponnen, aus denen Textilien hergestellt werden können. Baumwollgewebe sind - z.B. gegenüber Kunstfasern - sehr saugfähig, Baumwollstoffe sind subjektiv sehr hautfreundlich (sie "kratzen" nicht) und gelten hinsichtlich ihres Allergiepotentials als äußerst verträglich.
Vorkommen: Die Baumwollpflanze (Gossypium) gedeiht in der äquatorialen Zone der Erde. Dieses Gebiet, etwa 46° nördlicher Breite bis etwa 30° südlicher Breite, nennt man auch Baumwollgürtel.
Die größten Anbaugebiete befinden sich in den USA, in der UdSSR, in China, Indien, Mexiko, Ägypten, Pakistan, Brasilien, Argentinien, Türkei, Sudan und Peru. Die europäische Baumwollindustrie führt Baumwolle hauptsächlich aus den USA sowie aus Ägypten, dem Sudan und der UdSSR ein.
Geschichtliches: Ostindien gilt als die Heimat der Baumwolle, denn dort ist sie schon seit über 5000 Jahren bekannt. Durch Handelsbeziehungen fand sie Verbreitung in den einzelnen Teilen des Morgenlandes und wurde im Mittelalter durch die Kreuzzüge nach Europa gebracht.
Naturgeschichtliches: Die Baumwollpflanze gehört zu den Malvengewächsen und kommt hauptsächlich als Staude (80 cm hoch), selten auch als Strauch (2m hoch) oder als Baum vor.
Die Blätter der Baumwollpflanze sind 3-5lappig, ihre Blüte ist gelb oder rötlich. Aus dieser Blüte entwickelt sich eine walnußgroße, braune Kapsel deren fünf Fächer pro Fach 3-8 erbsengroße Samen enthalten. Diese Samen sind dicht mit Fasern bewachsen.
Anbau und Ernte: Baumwolle wird im März oder April in großen Plantagen angebaut, im Juni blüht sie (nur 1 Tag), die Ernte beginnt im August und dauert bis Dezember.
Fasergewinnung: Die reifen Samenkapseln springen auf und die Baumwollfasern quellen heraus. Sie werden mit der Hand oder mit Maschinen gepflückt. Unreife Fasern enthalten Gerbsäure, die bei der weiteren Bearbeitung störend ist. Daher darf nur völlig reife Baumwolle geerntet werden. Anschließend wird die Baumwolle in Entkörnungsanstalten (Egrenieranstalten) von Samen, kurzen Faserchen (Linters) und Verunreinigungen befreit.
Entkörnen: Dabei werden die Samen von den Fasern abgerissen, ihr Gewichtsanteil beträgt etwa 70%. Sie werden als Saatgut verwendet oder man preßt daraus Öl (Cottonöl). Der Preßrückstand dient als Viehfutter oder als Düngemittel. Der kurzfaserige Linters wird in der chemischen Industrie gebraucht (z. B. für Chemiefasern). Die gereinigten Baumwollfasern werden zu Ballen gepreßt (ca. 200 kg) und kommen so in den Handel.
Eigenschaften der Baumwolle
Die Baumwollfaser ist eine Einzelzelle und besteht fast aus reiner Zellulose. Die Fasern sind ursprünglich rund. Im Verlauf der Reife trocknen sie aus und werden dabei flach und bändchenartig gedreht. Baumwolle ist von weißer oder gelblicher Farbe, ihre Länge (Stapellänge) beträgt 10-60 mm, sie sieht aus wie Watte. Baumwolle glänzt nicht, ist weich, ihre Elastizität sowie ihre Formbarkeit sind gering. Baumwollgarne reißen leicht, sind aber gegen Scheuern und Reiben sehr widerstandsfähig. Die Wasseraufnahmefähigkeit der Baumwolle ist beträchtlich (bis 20%), sie läßt sich ausgezeichnet waschen und verträgt auch Kochwäsche gut.
Mehr zum Thema: http://de.wikipedia.org/wiki/Baumwolle
1.2 Stengelfasern (Bastfasern)
Die Stengel der meisten Pflanzen bestehen aus Rinde, Bast, Splint, Holzkern und Markstrang. Der direkt unter der Rinde liegende Bast ist bei manchen Pflanzen so widerstandsfähig, daß er zu Wollen und Garnen versponnen wird.
1.2.1 Flachs (Lein)
Bereits vor 6000 Jahren wurden die ägyptischen Pharaonen vor der Mumifizierung in "Gewebtes Mondlicht" Leintücher gehüllt. Im europäischen Raum war Flachs bis weit in das 18. Jahrhundert die wichtigste Pflanzenfaser und neben Wolle der wichtigste textile Rohstoff. Während des 19. Jahrhunderts verlor das Leinen durch das Vordringen der amerikanischen Baumwolle zunehmend an Bedeutung.
Die Heimat des Flachses ist wahrscheinlich Westasien. Er war bereits vor Jahrtausenden bekannt. Alle alten Kulturvölker bauten Flachs und verarbeiteten ihn zu Stoffen. Heute ist der Flachsanbau stark zurückgegangen.
Naturgeschichtliches: Flachs ist ein Leingewächs der gemäßigten Klimazone. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 50-100 cm, hat kleine blaue Blüten und kleine schmale Blätter. Die Wurzel der Pflanze ist nur sehr wenig verästelt (Pfahlwurzel). Aus der Blüte entwickelt sich eine kleine kugelige Fruchtkapsel, deren fünf Fächer kleine, braune und sehr ölreiche Samen enthalten (Leinöl).
Vorkommen: Flachsanbau wird hauptsächlich in der UdSSR, in Polen, Schlesien und den baltischen Staaten betrieben. In viel geringerem Ausmaß baut man Flachs auch in Deutschland, der CSSR, Frankreich, Irland, Belgien und Holland. Auch in Österreich wird Flachs angebaut.
Anbau und Ernte: Nach der Aussaat unterscheidet man den etwas feineren Frühlein (Aussaat März, April) und den Spätlein (Aussaat Mai, Juni). Zur Fasergewinnung wird der Flachs dicht gesät (Faserlein), will man aber hauptsächlich Samen zur Ölgewinnung ernten, dann wird schütter gesät (Öllein). Zur Fasergewinnung darf der Flachs nicht voll ausreifen. Er wird zur Zeit der Gelbreife, das ist sobald die unteren Blätter gelb werden, mit der Hand oder maschinell ausgerauft.
Fasergewinnung: Die Gewinnung der Flachsfasern ist sehr aufwendig und besteht aus einer ganzen Reihe von Arbeitsvorgängen (Aufbereitungsarbeiten). Der geerntete Flachs wird zunächst gebündelt und auf dem Feld zur Nachreife aufgestellt.
Das Riffeln erfolgt, sobald der Flachs getrocknet ist. Es ist ein Kämmvorgang, bei dem Blätter, Samen oder Verästelungen vom Stengel entfernt werden. Das Riffeln erfolgt entweder mit dem Riffelkamm oder der Riffelmaschine. Der dabei gewonnene Strohflachs soll bei guten Sorten nun ein Jahr lagern.
Eigenschaften der Flachsfasern
Die Flachsfaser ist ein mehrzelliges Faserbündel. Sie besteht aus Zellulose, die mit Pflanzenleim und anderen Substanzen vermischt ist. Ihre Farbe schwankt, je nach der Rotte kann sie blond, silbergrau oder grünlich sein. Die Faserlänge beträgt zwischen 30 und 60 cm, der Glanz der Fasern ist beträchtlich. Leinenstoffe haben festen, kühlen Griff, sie knittern aber leicht, denn ihre Elastizität ist sehr gering. Flachs ist sehr reißfest, die Scheuerfestigkeit der Stoffe ist jedoch gering. Leinen hat ausgezeichnete hygienische Eigenschaften, es saugt gut Wasser, ist waschbeständig und verträgt heißes Bügeln und Kochwäsche sehr gut. Flachs wird von Säuren sehr stark angegriffen, verträgt Laugen aber gut.
Weiters gibt es noch Hanf, Jute, Ramie.
1.3 Blattfasern und Fruchtfasern
Blattfasern und Fruchtfasern sind für die Herstellung von Bekleidungstextilien ungeeignet. Man bezeichnet sie daher auch als Hartfasern.
Vertreter sind: Sisal, Manila, Mauritius-Faser, Phormium, Yucca, Pita und Kokos.
1.4 Andere pflanzliche Textilrohstoffe
Torffasern, Stroh, Holz, Papier, Kautschuk.
2. Tierische Naturfasern
Alle Textilrohstoffe tierischer Herkunft bestehen aus Eiweißkörpern. Ihre Eigenschaften zeigen daher ebenfalls gewisse Ähnlichkeiten. Sie weichen aber stark von den Pflanzenfasern ab. Innerhalb tierischer Fasern unterscheidet man Wollen und Haare und natürliche Seiden.
2.1 Wollen und Haare
sind Wachstumprodukte der Haut und bestehen aus dem Eiweißstoff Keratin. Sie wachsen aus der zwiebelförmigen Haarwurzel, die sich in einer Vertiefung der Haut befindet. Das Haar besteht aus dem Haarschaft und, solange es nicht geschoren wurde, aus der Haarspitze.
Unter Wollen (auch Grund- oder Flaumhaare) versteht man im Allgemeinen kurze, feine Fasern, die meistens gekräuselt sind.
Haare sind nur wenig gekräuselt, meistens länger und verhältnismäßig grob. Nach ihrer Feinheit unterscheidet man Oberhaare (auch Grannenhaare) von den gröberen Stichelhaaren und Borsten.
Herkunft der Wollen und Haare
Fast jedes tierische Haar kann fallweise zu Textilien (z. B. Filz) verarbeitet werden. Für Bekleidungstextilien verwendet man hauptsächlich folgende Tierhaare: Schafwolle, Ziegenhaare, Kamelhaare, Schafkamelhaare, Kaninchenhaare, Rinderhaare, Roßhaar und die Haare von Katzen oder Hunden.
Schafwolle und weichhaarige Wollen sind für Bekleidungsstoffe besonders geeignet und werden deshalb als gleichwertige Rohstoffe angesehen. Darum dürfen Stoffe aus Schafwolle und einigen anderen Tierhaaren (Kamelhaar, Mohair, Kaschmir, Angora und von einigen Schafkamelen) mit dem internationalen Wollsiegel gekennzeichnet werden. Das "Wollsiegel" ist ein geschütztes Markenzeichen für hochwertige Wollstoffe.
Grobe Tierhaare werden nicht zu Bekleidungsstoffen verarbeitet, sondern dienen zur Herstellung von Einlagestoffen oder anderen Geweben.
2.1.1 Schafwolle
Schafwolle ist die wichtigste tierische Faser. Etwa 5% aller Textilien der Erde sind aus Schafwolle. In Österreich beträgt ihr Marktanteil 12%.
Geschichtliches: Schon in vorgeschichtlicher Zeit diente die Wolle der Schafe dem Menschen zur Bekleidung. Seit etwa 4000 Jahren werden in Europa Gewebe aus Schafwolle hergestellt, und schon seit Jahrtausenden war man bestrebt, die Wolle der Schafe durch Kreuzung der verschiedenen Rassen zu verbessern. Im 17. Jh. wurde in Spanien das Merinoschaf, ein Schaf mit besonders feiner Wolle, gezüchtet. Später gelangte dieses Merino in andere Länder, wurde mit den dort heimischen Schafen gekreuzt, und es entstanden die heute vorhandenen Schafrassen.
Vorkommen: Schafzucht wird fast in jedem Land der Erde betrieben. Allerdings ist die Zahl der Schafe in manchen Ländern nur gering und in anderen Gebieten wieder außerordentlich groß. Besondere Bedeutung haben: Australien, Neuseeland, Argentinien, Südafrika und Uruguay. Große Schafherden befinden sich auch in der UdSSR, in Indien, den USA und der Türkei, ihre Wolle ist aber von geringerer Qualität. Auch in Österreich werden Schafe gezüchtet. Die Tendenz ist nach jahrelangem Rückgang sogar wieder steigend.
Naturgeschichtliches: Das Schaf ist in etwa 120 Rassen über den größten Teil der Erde verbreitet. Innerhalb der zahlreichen Arten unterscheidet man zwei Hauptgruppen, die Höhenschafe und die Niederungsschafe.
Höhenschafe oder Landschafe sind der überwiegende Teil der heute gezüchteten Schafe. Dazu gehören
das Merinoschaf und zahlreiche Abarten oder Kreuzungen des Merino, wie z. B. das französische Rambouilletschaf, das deutsche Landschaf,
die englischen Schafrassen Leicester oder Lincolnshire und das Negrettischaf.
Niederungsschafe werden nur in sehr geringer Menge gezüchtet. Zu ihnen gehört hauptsächlich das englische
Cheviotschaf, alle anderen Rassen sind wesentlich seltener, z. B. das Marschschaf der deutschen Marschen, das Heideschaf
deutscher Heidegebiete und das Zackelschaf ungarischer oder südrussischer Steppen.
Crossbredschafe sind Kreuzzuchtrassen aus Merino und Cheviotschafen. Man züchtet sie, sowohl zur Wollerzeugung als auch zur
Fleischgewinnung, vorwiegend in Neuseeland, Australien, Argentinien und Kapland.
Wollgewinnung
Die Schafherden sollen sich möglichst das ganze Jahr im Freien befinden, denn "Stallwolle" ist weniger wertvoll. Einmal bis zweimal jährlich werden sie zusammengetrieben. Dann werden die Tiere bezeichnet, kontrolliert und geschoren. Die Schur wird in den großen Schaffarmen von spezialisierten Saisonarbeitern durchgeführt und geht außerordentlich rasch vor sich. Dabei dürfen die Tiere aber nicht verletzt werden, und das ganze Haarkleid des Schafes, Vlies genannt, muß in einem Stück bleiben. Ein Schaf liefert etwa 5 kg Wolle. Durch den hohen Schmutz- und Fettgehalt der ungewaschenen Schweißwolle (40%) haften die Wollhaare im Vlies gut aneinander.
Das Vlies enthält Wolle verschiedener Qualität, daher muß man es später bereißen (sortieren). Erste Qualität liefern Schultern, Flanken und Oberschenkel. Zweite Qualität liefern Rücken und Nacken. Dritte Qualität liefern Kehle und Bauch. Die vierte Qualität stammt vom Kopf und von den Unterschenkeln. Das Waschen der Tiere vor der Schur hat sich als ungünstig erwiesen und wird daher nur selten durchgeführt. Die Schweißwolle wird erst in der Wollwäscherei der Fabrik gewaschen.
Aufbau der Wollfaser und Eigenschaften der Schafwolle
Schafwolle besteht, wie jedes Haar, aus der Haarwurzel, die aus einer Vertiefung in der Haut wächst, und aus dem Haarschaft mit der Haarspitze. Auf einem Quadratzentimeter der Haut wachsen bis zu 7000 Wollhaare. Jedes Wollhaar besteht aus mehreren Zellschichten, deren Aufgaben stark voneinander abweichen.
Die Oberhautzellen (Schuppen) mit der darüber liegenden feinen Epicutikula machen Wolle abweisend gegen kaltes Wasser und bewirken, daß das Haar von der Wurzel zur Spitze glatt, in der Gegenrichtung aber rauh ist. Die unterschiedliche Glätte bewirkt aber auch, daß unbehandelte Wollhaare sich unter Einwirkung von feuchter Wärme und Druck verschlingen (filzen). Die darunter liegende Zwischenmembran erlaubt es der Wolle, warmes Wasser oder Dampf aufzunehmen und sich dabei selbst zu erwärmen. Daher sind Textilien aus Schafwolle sehr angenehm zu tragen und saugen außerordentlich viel Feuchtigkeit auf (40%), ohne sich dabei feucht anzufühlen. Die anschließenden Spindelzellen durchziehen das Haar spiralenförmig in zwei Schichten (Orthocortex und Paracortex) und geben ihm Elastizität und Kräuselung. Je feiner die Wolle, umso stärker die Kräuselung. Die in der Mitte der Faser liegenden Markzellen dienen zur Ernährung des Haares, sie sind jedoch nicht bei allen Haarsorten vorhanden.
Der komplizierte Aufbau des Haares bewirkt, daß Schafwolle außerordentlich angenehm zu tragen, elastisch und doch gut formbar ist. Ihre Farbe ist meistens weiß oder gelblich. Länge und Feinheit schwanken stark, denn sie sind von der Schafrasse und vom Alter des Tieres abhängig. Schafwolle ist empfindlich gegen Hitze, gegen Waschvorgänge, gegen Laugen und muß vor Motten geschützt werden. Reißfestigkeit und Scheuerfestigkeit der Schafwollstoffe sind gering, aber sie sind widerstandsfähig gegen verdünnte Säuren. Ihr Lufteinschluß ist sehr hoch, daher sind sie relativ leicht und halten den Körper warm.
Wollarten
Die Qualität der Schafwolle ist sehr unterschiedlich, denn sie hängt von vielen Faktoren ab.
Höhenschafe haben feine, stärker gekräuselte und kurzstapelige Wolle unter 10 cm Länge. Diese Wolle eignet sich besonders gut zur Erzeugung von weichem, filzfähigem Streichgarn. Sie wird deshalb auch Tuch- oder Streichwolle genannt. Wolle von Höhenschafen verwendet man aber auch zur Herstellung feiner Kammgarnstoffe und für feine Strickwaren.
Niederungsschafe haben gröbere, wenig gekräuselte Wolle, die 10 bis 50 cm lang ist. Sie eignet sich besonders gut zur Herstellung grober, fester Kammgarne. Deshalb wird sie auch Kammwolle genannt. Man kann jedoch auch groben Tweed oder dicke Handstrickwolle daraus herstellen.
Crossbredwolle nimmt eine Mittelstellung zwischen Streichwolle und Kammwolle ein. Sie wird entweder zu Streichgarn oder zu Kammgarn versponnen.
Nach der Art der Gewinnung unterscheidet man:
Vom lebenden, gesunden Tier
Lammwolle, sie stammt von Tieren, die noch nicht ein Jahr alt sind.
Jährlingswolle ist etwas gröber und stammt von Tieren, die etwa ein Jahr alt sind.
Schurwolle, auch Mutterwolle oder Hammelwolle, stammt von zwei- bis sechsjährigen Tieren.
Teppichwolle stammt von älteren Tieren und ist grob, denn mit fortschreitendem Alter wird die Wolle gröber.
Hautwolle (Skinwolle) stammt von geschlachteten Tieren. Sie wird nicht geschoren, sondern mit der Wurzel vom Leder gelöst. Man kennt Mazametwolle (durch Wasserdampf gelöst), Schwödewolle (durch Chemikalien gelöst) und Gerberwolle (in der Gerberei gelöst).
Vom kranken oder toten Tier
Während Hautwolle von gesunden Tieren stammt und sich daher nur wenig von Schurwolle unterscheidet (Haarwurzel und Schäden durch Chemikalien), ist die Wolle kranker Schafe brüchig und ungleich dick (untreu). Man unterscheidet Raufwolle (durch Krankheiten abgefallen) und Sterblingswolle (von verendeten Tieren).
2.1.2 Tierhaare, die der Schafwolle gleichgestellt sind
Dabei handelt es sich um weiche Haarsorten, die wegen ihrer verwandten Eigenschaften mit zur Wolle gerechnet werden. Man erzeugt daraus hochwertige Textilien, die ebenfalls dem internationalen Markenzeichen ,,Wollsiegel" unterliegen.
2.1.2.1 Ziegenhaare
Mohair ist das Haar der Mohairziege (auch Angoraziege oder Kämelziege). Es handelt sich dabei um eine langhaarige Ziegenrasse, die ursprünglich nur in der Türkei beheimatet war, heute aber auch in der UdSSR, in Südafrika, den USA, Australien, Frankreich und Spanien gezüchtet wird. Das Tier wird geschoren und liefert glattes, glänzendes Haar mit einer Länge von 10-30 cm. Mohairstoffe sind leichter als Schafwollstoffe, sie sind jedoch empfindlicher als jene und haaren leicht. Mohair verwendet man hauptsächlich zur Herstellung von Schlingenzwirnen (Boucle), von langhaarigen Stoffen (Zibeline), von dünnen, harten Lüsterstoffen und für feine Strickwaren. Kid-Mohair stammt von jungen Mohairziegen.
Kaschmir (Cashmere) stammt von der Kaschmirziege und der ihr ähnlichen Tibetziege. Diese Tiere leben im Himalayagebiet und liefern die feinste Wolle der Welt. Sie werden allerdings nicht geschoren, sondern die Haare werden mit der Wurzel ausgerauft und später sortiert, um die Grannenhaare vom feinen Flaum zu trennen. Diese aufwendige Gewinnung und die geringe Wollmenge eines Tieres (20 - 30 dkg) erklären den hohen Preis echter Kaschmirstoffe. Gewebe und Strickwaren aus Kaschmir sind auffallend weich und schmiegsam, ihr Glanz ist jedoch gering. Kaschmirwolle wird zu feinen Tüchern, feinen Streichgarnstoffen und Strickwaren verarbeitet.
Kaschmirdruck darf mit echten Kaschmirstoffen nicht verwechselt werden, denn es handelt sich dabei um dünne, meist etwas flusige Schafwoll- oder Zellwollstoffe mit Druckmustern.
2.1.2.2 Kamelhaare
Das einhöckerige Kamel (Dromedar) und das zweihöckerige Kamel (Trampeltier) verlieren am Beginn der warmen Jahreszeit ihre Winterbehaarung. Diese wird eingesammelt, die feinen Grundhaare (Flaum) werden von den groben Grannenhaaren getrennt und anschließend werden beide versponnen.
Das Grundhaar ist fein, weich und gekräuselt. Es hat eine Länge von etwa 10 cm und wird zu Strickwaren oder feinen Streichgarnstoffen verarbeitet. Diese Stoffe sind weich, leicht und warm. Sie sind jedoch nicht so widerstandsfähig wie Schafwollstoffe und lassen sich schlecht bleichen und färben. Daher kommen sie meistens in der braunen Naturfarbe in den Handel.
Die, etwa 5-7 cm langen Grannenhaare sind grob und dunkelbraun. Man verarbeitet sie zu Einlagestoffen, Teppichen oder Hausschuhen.
2.1.2.3 Schafkamelhaare
Zu den Schafkamelen zählt man das Lama, das Alpaka, das Guanako und das Vikunja. Alle Tiere sind in Lateinamerika beheimatet.
Lamàwolle und Guanakowolle sind grobe bis mittelfeine Sorten von geringem Wert. Man verarbeitet sie zu groben Streichgarnstoffen und Decken.
Alpaka (Alpacca) ist dem Kamelhaar ähnlich. Das Tier liefert ebenfalls Flaumhaare (10 cm lang) und Grannen (20 cm lang). Die feinen Flaumhaare werden zu Strickwaren, zu feinen Streichgarnstoffen und, mit Schafwolle gemischt, zu leichten Kammgarnstoffen verarbeitet.
Vikunjawolle stammt von einem sehr seltenen Tier, das meistens nicht gezüchtet wird, sondern gejagt werden muß. Die glänzende, feine Wolle gehört wegen ihrer Seltenheit zu den teuersten Textilfasern der Erde.
Vigogne nennt man eine billige Imitation der Vikunjawolle. Dabei handelt es sich um ein weiches Garn aus einer Mischung von Baumwolle und Schafwolle.
2.1.2.4 Kaninchenhaare
Angora stammt von den langhaarigen Angorakaninchen, aber fallweise auch von Angorakatzen. Die Haare sind etwa 7 cm lang und sehr fein. Sie werden meistens ausgekämmt und nur selten geschoren. Angorawolle ist nicht gekräuselt, aber sehr schmiegsam, warm und wasserabstoßend. Es hat die Eigenschaft, sich elektrostatisch aufzuladen, und wird hauptsächlich zu weichen Strickwaren verarbeitet.
2.1.3 Andere Tierhaare
Dabei handelt es sich um Grannenhaare, die glatt und verhältnismäßig grob sind. Diese Haare werden nur selten zu Bekleidungstextilien verarbeitet.
2.1.3.1 Roßhaare
Die festen, etwa 20-80 cm langen Schweif- oder Mähnenhaare des Pferdes sind außerordentlich elastisch. Darum verarbeitet man sie zu Einlagestoffen, zu Bürsten, zu Polsterfüllungen und braucht sie auf vielen anderen Gebieten.
Roßhaarsieb ist ein etwa 40 cm breites Fachroßhaargewebe, bei dem das Roßhaar unversponnen im Schuß liegt. Zwirnroßhaar ist ebenfalls ein Einlagestoff, bei dem das Roßhaar jedoch mit anderen Fasern versponnen ist. Erst dann wird es im Schuß des Stoffes eingewebt.
2.1.3.2 Rinderhaare und andere Haare
Kuhhaare, Kälberhaare, Ziegenhaare, Hasenhaare, Pudelhaare und Haare verschiedener Wildtiere werden meistens nicht geschoren, sondern fallen beim Gerben des Leders ab. Sie werden mit Wolle gemischt und zu Haargarn versponnen. Aus unversponnenen Haaren erzeugt man Hutfilze oder technische Filze.
2.2. Natürliche Seiden
Natürliche Seiden entstehen nicht durch Wachstum, sondern sie werden von Schmetterlingen ausgepreßt. Der klebrige Eiweißstoff härtet an der Luft zu einem Faden. Nach ihrer Herkunft unterscheidet man edle Seide, ein Erzeugnis des Maulbeerspinners, und wilde Seide, die von anderen Schmetterlingen stammt.
2.2.1 Edle Seide
Der Anteil edler Seide an der Weltproduktion von Textilien ist sehr gering. Trotzdem erfreut sie sich außerordentlicher Wertschätzung und gilt noch heute als edelster Textilrohstoff.
Geschichtliches: Der Maulbeerspinner, von dem die edle Seide stammt, wurde bereits vor etwa 5000 Jahren in China gezüchtet. Durch außerordentlich strenge Schutzbestimmungen gelang es, die Seidenraupenzucht durch Jahrtausende als chinesisches Monopol zu erhalten. Erst später verbreitete sie sich in andere Länder und gelangte im 6. Jh. n. Chr. nach Europa. Auch in Österreich bestand eine Seidenraupenzucht. An diese Zeit erinnern noch verschiedene Straßennamen Wiens (Seidengasse).
Seidenraupenzucht
Die Zucht des Maulbeerspinners (Bombyx mori) ist an die Lebensbedingungen des Maulbeerbaumes gebunden, von dessen Blättern sich das Tier ernährt. Man betreibt sie hauptsächlich in China, Japan, Korea, Indien und in geringerem Ausmaß auch in Brasilien, Jugoslawien, Algerien, Italien, Südfrankreich, Spanien und der Türkei.
Der Schmetterling ist ein kleiner, weißer Nachtfalter, der weder fliegen noch fressen kann (Degeneration). Er lebt 2-3 Tage und hat nur die Aufgabe 200~400 Eier zu legen. Die Eier sind mohnkörnchengroß und werden ca. 9 Monate, bis zum nächsten Frühling, gelagert. Erst dann schlüpfen die Raupen aus. Das Raupenstadium dauert etwa einen Monat. In dieser Zeit sind die Tiere außerordentlich gefräßig, sie häuten sich viermal und wachsen bis zu einer Länge von 9 cm. Anschließend beginnen die Raupen sich einzuspinnen.
Das Einspinnen dauert 2 bis 3 Tage. Dabei drückt die Raupe aus zwei Spinndrüsen einen zähflüssigen Spinnbrei aus. Die beiden Fäden bestehen aus Fibroin, einem Eiweißstoff, der an der Luft sofort erstarrt. Jeder der beiden Fäden ist von Seidenleim umgeben. Dieser Leim, Serizin (Serecin) genannt, erstarrt etwas später. Daher kleben die beiden Fäden aneinander und können vom Tier auch überall befestigt werden. Die Raupe legt den Doppelfaden in achterförmigen Schlingen um sich und bildet so den Kokon. Der Kokon ist 3 - 4 cm lang, gelblich und hat eiförmige oder in der Mitte leicht eingeschnürte Gestalt. Die Raupe verpuppt sich nun und wird nach zwei Wochen wieder zum Schmetterling. Dieser durchbohrt den Kokon und schlüpft aus.
Seidengewinnung
Soweit man die Tiere nicht zur Zucht braucht, tötet man sie im Kokon durch Heißlist ab. Anschließend sortiert man die Kokons ihrer Qualität entsprechend. Die äußere Seidenschicht, Flockseide genannt, kann nicht abgehaspelt werden und wird daher entfernt. Die folgende Haspelseide ist verwendbar und die innerste Schichte des Kokons (Dattel) ist ebenfalls unbrauchbar. Daher liefert ein Kokon etwa 300-1000 m Haspelseide, der Rest, 2000-3000 m, ist Abfall.
Zum Lösen der Fadenenden legt man die Kokons in warmes Wasser und bearbeitet sie mit Bürsten. Dabei erweicht sich der Seidenleim und die freiwerdenden Fadenenden bleiben an der Bürste hängen. Dann legt man mehrere Kokons in eine mit warmem Wasser gefüllte Rinne und zieht ihre Seidenfäden gemeinsam ab. Die feuchten Seidenfäden kleben sofort aneinander, werden mit Heißluft getrocknet und dann auf einer Haspel aufgewickelt. Der entstandene Seidenfaden besteht aus mehreren Einzelfäden, die durch den Seidenleim, jedoch ohne Drehung zusammengehalten werden, und hat den Namen die Grêge.
Seidenarten
Die Grêge besteht aus 5-10 Kokondoppelfäden und ist für die weitere Verarbeitung meistens zu schwach. Soll sie zu Rohseidenstoffen verwebt werden, dann muß sie aus mehr Kokondoppelfäden (bis 30) bestehen und heißt Webgrêge. Werden Grêgefäden zusätzlich gedreht, spricht man von filieren und es entsteht filierte Grêge. Zwirnt man mehrere Fäden filierte Grêge zusammen, dann spricht man von moulinieren und es entsteht Organsinseide, die hauptsächlich als Kettfaden der Seidenstoffe Verwendung findet.
Trameseide entsteht, wenn mehrere Grêgefäden verzwirnt werden, ohne sie vorher einzeln zu filieren.
Grenadine ist ein überdrehter Organsinfaden für Crêpestoffe.
Pellseide stammt von minderwertigen Sorten und findet bei Posamentriewaren Verwendung.
Entbasten und Beschweren werden nach dem Zwirnen der Grêge durchgeführt. Die Rohseide ist durch den anhaftenden Seidenleim hart, glanzlos und von gelblicher Farbe.
Beim Entbasten wird der Seidenleim teilweise oder ganz entfernt. Das kann auf drei Arten erfolgen.
Ecru-Seide entsteht, wenn nur kurz mit schwacher Sodalauge gespült wird. Es lösen sich dabei verschiedene Verunreinigungen, aber der Seidenleim bleibt.
Souple-Seide entsteht bei längerem Waschen in Seifenbädern und verschiedenen Zusätzen. Der Seidenleim erweicht, und die Seide verliert etwa 8 % Gewicht.
Cuite-Seide entsteht nach 11/2 Stunden Kochen in mehreren Seifenbädern. Der Seidenleim wird vollständig entfernt, und die Seide verliert etwa 20% des Gewichts.
Den Gewichtsverlust nennt man Calo. Will man diesen Gewichtsverlust wieder ausgleichen, dann erfolgt das Beschweren der Seide. Dabei werden Seidensträhne bzw. Stoffe durch ein Beschwerungsbad gezogen und saugen sich damit voll. Das Bad enthält verschiedene Zusätze (Metallsalze, Wasserglas, Gerbsäure); diese bleiben nach dem Trocknen im Faden und machen die Seide dicker, schöner und besser färbbar. Bei starker Beschwerung leidet aber die Festigkeit des Stoffes.
Wird nur der Gewichtsverlust des Entbastens ausgeglichen, dann spricht man von Pari-Beschwerung. Meistens beschwert man aber 100 bis 200% über Pari (100 kg Rohseide = 200 bis 300 kg beschwerte Seide). Schappeseide wird nie beschwert.
Abschließend wird die Seide mit verdünnten organischen Säuren (z. B. Ameisensäure) nachgewaschen, um ihr den Seidenschrei zurückzugeben, jenen knirschenden Griff, den sie im Laufe der Veredelungsarbeiten verloren hat.
Eigenschaften der edlen Seide
Rohseide hat gelbliche oder grünliche Farbe, wenig Glanz, und ihr Griff ist verhältnismäßig rauh. Nach dem Entbasten ist Seide immer weiß, sehr weich und meistens glänzend. Die Festigkeit und Feinheit der Seide übertrifft alle Naturfasern. Naturseide ist elastisch, dehnbar und nimmt Wasser auf (bis 30%). Daher ladet sie sich, im Gegensatz zu Chemiefasern, kaum elektrostatisch auf. Seidenstoffe sind jedoch empfindlich. Sie leiden unter Waschvorgängen und vertragen hohe Temperaturen oder Laugen nicht. Auch Schweiß und starke Sonnenbestrahlung (Schaufenster!) schaden. Seidenstoffe stets gerollt und niemals gefaltet aufbewahren!
2.2.2 Gesponnene Seiden
Die vom Maulbeerspinner gelieferte Seide ist nur zu einem geringen Teil abhaspelbar. Etwa 75% davon sind Abfälle, wie z. B. die Flockseide, durchlöcherte oder anders beschädigte Kokons und die im Inneren der Kokons befindliche Dattel. Diese Abfälle der edlen Seide werden zu Schappeseide weiterverarbeitet.
Schappeseide
Bei der Herstellung von Schappeseide (Chappeseide) werden die Seidenabfälle zunächst einem Fäulnisprozeß (Mazerieren) unterworfen, um den Seidenleim vollständig zu entfernen. Anschließend wird gewaschen und getrocknet. Dann werden die Seidenreste zerfasert und im Klopfwolf von Puppenresten und anderen Verunreinigungen befreit. Die entstandene Seidenwatte wird nun versponnen.
In der Florettspinnerei wird aus der Seidenwatte durch Krempeln, Doublieren, Strecken und Kämmen ein Kammzug gebildet. Diesen verspinnt man auf dem Flyer und der Ringspinnmaschine zu Florettseide.
Florettseide
hat eine Faserlänge von etwa 10 cm, ist glänzend, weich und vollständig entbastet. Sie wird zu Nähmaterial weiterverarbeitet oder in der Weberei verwendet.
In der Bourettspinnerei verwertet man die Abfälle der Florettspinnerei. Der kurzfaserige und stark verunreinigte Abfall (Kämmling) wird ohne Kämmvorgang zu groben bis mittelfeinen Garnen versponnen.
Bourettseide
ist von geringer Qualität und hat eine Faserlänge von etwa 5 cm. Bourettgame zeigen Fadenverdickungen und zahlreiche Verunreinigungen. Sie sind glanzlos, rauh und oft mit Baumwolle oder Zellwolle gemischt. Man verwendet sie in der Weberei.
Seidenshoddy
wird aus zerfaserten Seidenstoffen gewonnen und wie Bourettseide versponnen.
2.2.3 Wilde Seiden
Neben dem Maulbeerspinner gibt es noch eine ganze Reihe von Nachtschmetterlingen, die ebenfalls Seide produzieren. Diese Tiere sind groß, prachtvoll gezeichnet und leben in Asien oder Afrika. Sie werden meistens nicht gezüchtet, deshalb müssen die Kokons eingesammelt werden. Es sind jedoch mehrere Ernten pro Jahr möglich. Der Seidenleim ihrer Seiden ist oft kaum löslich.
Tussahseide
ist die bekannteste Wildseide und stammt vom Tussahspinner, auch Eichenspinner, der in Indien und China lebt. Das Tier nährt sich von Eichenblättem, seine Kokons sind hühnereigroß. Sie lassen sich nur fallweise abhaspeln und müssen daher oft wie Schappeseide versponnen werden. Tussahseide ist gröber als edle Seide, Garne daraus sind ungleichmäßig dick und leinenähnlich. Ihre Farbe ist hellbraun, läßt sich aber nur schlecht bleichen. Daher kommt Tussahseide nur selten rein weiß vor.
Eriaseide
stammt vom indischen Rizinusspinner und ist der Tussahseide ähnlich, läßt sich aber nicht abhaspeln.
Fagaraseide
gewinnt man von den Kokons des in Ostasien lebenden Atlasspinners. Die Seide ist der Tussahseide ähnlich und nicht abhaspelbar.
Yamamaiseide
stammt vom japanischen Eichenspinner. Die Seide ist teilweise abhaspelbar und der Rohseide ähnlich.
Andere Wildseiden
Auch der afrikanische Anaphespinner (Nesterseide) und der europäische Ailanthusspinner erzeugen Wildseide.
Wildseidenstoffe sind rauh und unregelmäßig. Sie sind jedoch sehr widerstandsfähig und lassen sich gut färben. Man bezeichnet Stoffe aus Wildseide als Honan, als Shantung oder als Doupion. Oft werden sie fälschlich auch als Rohseide bezeichnet.
Muschelseide
stammt nicht von einem Schmetterling, sondern ist das Produkt einer im Mittelmeer lebenden Bartmuschel.
Stricken (Auszug aus Wikipedia)Mehr zum Thema Stricken und Wolle sowie Feinripp - Häkeln - Klöppeln - Knüpfen - Nähen - Sticken - Weben - Strickliesel - Flechten siehe Wikipedia |
Stricken ist die Herstellung von Maschen mit Hilfe eines Fadens und zwei bzw. mehreren Nadeln. Gestricke sind im Vergleich mit Geweben schwerer und durchsichtiger. Dafür sind sie besser drapierbar, sie passen sich Körperformen einfach an.
Wo Ökonomie und Produktivität sehr wichtig sind, wird maschinell gestrickt. Mit den Rundstrickmaschinen lassen sich besonders feine Gestricke herstellen, Flachstrickmaschinen erzeugen mit Garnen beispielsweise Pullover. Wie dick das Gestrick wird und welche tragetechnischen Eigenschaften es hat, hängt dabei unter anderem von der Strickmaschine, dem verwendeten Garntyp und der Strickbindung ab.
Als Material gebraucht man Handstrickgarn das z.B. aus Seide, Wolle, Baumwolle, Viskose, Polyacryl bestehen kann. Die Nadeln werden aus Stahl, (Bambus-)Holz, Kunststoff oder Carbonfasern angefertigt, sind 20-50 cm lang, von oben bis unten gleich stark (2-20 mm) und an den Enden etwas zugespitzt. Wenn man nur mit zwei Nadeln strickt, so sind diese an einem Ende mit einem Maschenstopper versehen, damit die Maschen nicht abgleiten können. Auf die eine Nadel werden durch Knüpfen Maschen aufgelegt; diese Nadel nimmt man in die linke Hand und legt den an der letzten Masche hängenden Faden über den Zeigefinger um die anderen Finger; mit der von der rechten Hand gehaltenen zweiten Nadel sticht man in die erste Masche, fasst mit der Nadel den straff angezogenen Faden, zieht ihn durch die Masche hindurch und läßt diese von der Nadel herunter gleiten. Da der Faden ohne Unterbrechung fortläuft, sind alle Maschen miteinander verbunden. Die Haltung der Stricknadeln unterscheidet sich zwischen den Ländern, d.h. sie ist z.B. in Deutschland anders als in Italien.
Man unterscheidet rechts- und linksgestrickte Maschen. Beim Rechtsstricken sticht man von vorn in die Masche und zieht den Faden von hinten nach vorn durch, beim Linksstricken ist es umgekehrt. Ist die Strickarbeit lappen- oder streifenartig, so bedient man sich zweier Nadeln und wendet jedesmal am Ende der Nadel das Strickzeug um. Will man ein Rund stricken, so braucht man vier oder fünf Nadeln (ein so genanntes Spiel) oder eine Rundstricknadel, die aus zwei durch ein Perlonseil miteinander verbundenen Nadeln besteht. Verwendet man ein Spiel, so werden die Maschen auf vier Nadeln verteilt, die fünfte wird zum Abstricken der Maschen verwendet. Bei einer Rundstricknadel werden die Maschen fortlaufend abgestrickt, wodurch ein schlauchförmiges Gestrick entsteht. Durch die Variation von rechten und linken Maschen, Ab- und Zunahmen, Umschläge, Verschränken der Maschen und anderen Arten von Maschenbildungen kann man verschiedene Muster in die Strickerei einbringen (Strickmuster).
Gestrickt werden können fast alle Arten von Kleidungsstücken wie z. B. Strümpfe, Pullover, Röcke, Jacken, Strickjacken, Hauben, aber auch Kunststrick-Decken, Gardinen, Teppiche etc.
Das Stricken soll bereits im 13. Jahrhundert in Italien bekannt gewesen, nach anderen Quellen aber
erst im 16. Jahrhundert in Spanien erfunden worden sein. Die ältesten erhaltenen Strickarbeiten wurden in Spanien (Las Huelgas)
gefunden. Sie werden als arabische Arbeit angesehen, u.a. wegen einer eingestrickten Inschrift auf arabisch aus dem Grab von
Fernando de la Cerda, der 1275 gestorben ist. Ein gestricktes Kissen wurde im Grab von Fernando, Sohn Alfonso X, gefunden.
Fernando starb im Jahr 1283. Aus dieser frühen Zeit sind weiterhin liturgische Handschuhe erhalten, u. a. in Cluny, London, Prag,
Brixen. Sowohl aus dieser Zeit als auch wesentlich früher sind Filet-Arbeiten erhalten, die Strickwaren äußerlich ähnlich sehen.
Im Gegensatz zu gestrickten Arbeiten werden aber hier weder Maschen aus Schlaufen (ohne Knoten) gebildet noch wird mit zwei
Nadeln (bzw. einem Nadelspiel) gearbeitet. Als eine möglicherweise notwendige Voraussetzung wird z.B. die Herstellung von
Stahl(strick)nadeln genannt, da mit diesen Stricken leicht möglich ist. Dies würde auch auf eine Entstehung im arabisch-spanischen
Raum hinweisen. Von hier gelangte es nach England und Schottland, und 1564 wird Lars Johann Fikert als erster Strumpfstricker in
England genannt. Um dieselbe Zeit gab es in Deutschland Hosenstricker, und noch lange wurde das Stricken von Männern ausgeübt.
Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts werden Strickereien vielfach durch Strickmaschinen hergestellt. Stricken ist heute eine
beliebte Freizeitbeschäftigung, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt wird. Die Verbreitung dieses Hobbys ist unter anderem stark
von der aktuellen Mode abhängig und zur Zeit wieder absolut "hip".
Es gibt eine Reihe verschiedener Maschenarten.
Durch Kombination dieser Maschen erhält man unterschiedliche Muster. Insbesondere beim Kunststricken, mit dem man z.B. Tischdecken
stricken kann, werden Muster angewandt.
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